18. Dezember 2020

Für meinen heutigen Blogbeitrag hatte ich im Rahmen einer Kooperation* die Gelegenheit Lennart, einer der beiden Gründer des noch jungen Brands Ferdinand & David, meine Fragen der Kategorie „10 Fragen an“ zu stellen. Vielleicht kennen einige von Euch bereits den Instagramaccount von Ferdinand & David, welcher sehr regelmäßig und aktiv bespielt wird. Auch ein Besuch der Homepage lohnt sich immer. Ein Video über die neuen Travelmastermodelle der Marke wird es in Kürze dann auch bei mir auf Youtube geben. Schaut dort also gerne mal vorbei 🙂

Ganz viel Spaß beim Lesen dieses neuen Beitrags wünsche ich Euch!

Stell Dich bitte den Leserinnen und Lesern kurz vor:

Mein Name ist Lennart (David) Schulz. Ich bin 31 Jahre alt und einer der Gründer von Ferdinand & David.

1. Wie bist Du in die Uhrenwelt hineingerutscht?

Ich interessiere mich schon seit meiner Jugend für Uhren. Damals war es natürlich nur ein kleines Hobby. Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann selbst Uhren herstellen würde. Mit meinem eigentlichen Beruf (Rechtsanwalt) hat das nämlich nicht viel zu tun. Mein geschäftliches Engagement in der Uhrenbranche hat sich noch während meines Studiums ergeben. Damals habe ich meinen Freund und Geschäftspartner Julius (Ferdinand) Möhrle kennengelernt. Wir hatten beide die Vision von einem eigenen Unternehmen. Irgendwann haben wir uns über Uhren unterhalten und dann kam uns die Idee von der eigenen Uhr. Die Leidenschaft für das Projekt war von Anfang an sehr groß. Damals wussten wir allerdings noch nicht, dass wir uns damit für einen der umkämpftesten Märkte überhaupt entschieden haben.

2. Wie lange befasst Du Dich bereits privat mit Uhren und wie lange geschäftlich?

Privat wahrscheinlich so seit 15 Jahren und geschäftlich seit 2016.

3. Welche Uhr war die erste, die Du Dir gekauft/die Du bekommen hast?

Es war eine alte Citizen von meinem Vater. Die Uhr besitze ich auch immer noch,

Die Gründer der Uhrenmarke Ferdinand & David

Julius (Ferdinand) Möhrle und Lennart (David) Schulz, die beiden Gründer der Uhrenmarke Ferdinand & David (Bildquelle: Ferdinand & David).

4. Was macht Deiner Meinung nach die perfekte Uhr aus?

Ich glaube, es gibt nicht die perfekte Uhr. Es gibt immer Raum für Verbesserungen. Wenn man als Uhrendesigner merkt, dass die Uhr perfekt ist, dann ist wahrscheinlich die Inspiration weg. Manchmal schaue ich mir alte Prototypen in der Firma an, von denen ich früher sehr überzeugt war und bin froh, dass diese nie in Serie gegangen sind. Ich glaube, dass jede Uhr einer stetigen Evolution unterliegt und dass nur die Entwicklungsschritte irgendwann immer kleiner werden. Selbst die Klassiker großer Hersteller bekommen nach einigen Jahren immer noch kleine Korrekturen. Unser Ziel ist es natürlich auch einen solchen Klassiker zu entwerfen, der über viele Jahre hinweg der Perfektion immer näher kommt.

Beim Design unserer Uhren wollen wir ein zeitloses Design kreieren, welches durch besondere Details besticht. Ich finde eine Uhr lebt von Details, die erst beim zweiten oder dritten Blick erkennbar sind. Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden sich die Uhren immer wieder gerne ansehen. Dies erreichen wir zum Beispiel durch den Wechsel von gebürsteten zu polierten Oberflächen, dreidimensionale Verzierungen auf dem Gehäuseboden, Zifferblättern mit Sonnenschliff oder einem farbigen FD Logo in der Krone. Die Ausgewogenheit von Komplexität und Einfachheit ist dabei entscheidend. Unsere Uhren sollen weder zu schlicht, noch zu überladen aussehen. Dadurch sind sie bei jedem Anlass ein Hingucker, wirken aber nie zu aufdringlich. Das schätzen unsere Kunden sehr.

5. Welches Uhrenmodell, gerne aus der eigenen Produktpalette, magst Du warum am meisten?

Das ist eine schwere Frage! Aus der aktuellen Travelmaster-Kollektion trage ich selbst immer verschiedene Versionen. Durch die Möglichkeit die Bänder per Schnellverschluss kurz wechseln zu können, gibt es so viele Kombinationsmöglichkeiten. Ich habe oft einen Favoriten für einige Zeit, aber das ändert sich dann wieder. Momentan trage ich sehr viel die limitierte Black Edition oder eine Kombination mit dem grünen Zifferblatt, welches neu dazugekommen ist. Das ist wohl der Vorteil, wenn man an der Quelle sitzt.

 

Fachbuch
Vom Profi lernen

Bald erwartet Euch an dieser Stelle mein eigenes Fachbuch rund um den Uhrenkosmos. Egal ob Ihr neu im Hobby oder bereits länger den Uhren verfallen seid, Ihr könnt gespannt bleiben!

Travelmaster mit grünem Zifferblatt

Die Variante der Travelmaster mit einem grünen Zifferblatt und dem farblich darauf abgestimmten Armband (Bildquelle: Ferdinand & David).

Travelmaster mit silbrig-grauem Zifferblatt

Die Travelmaster mit silbrig-grauem Zifferblatt am braunen Lederband (Bildquelle: Ferdinand & David).

6. Lieber Uhren mit Automatikwerk, Quarzwerk oder mit Handaufzug?

Mechanische Werke haben in den letzten Jahren eine regelrechte Renaissance erlebt. Gerade in Zeiten, in denen die Smart Watch auf dem Vormarsch ist, ist das eine interessante Entwicklung. Klassische Armbanduhren können mit den Funktionen dieser Computer nicht mithalten. Trotzdem entscheiden sich viele Menschen für eine klassische Armbanduhr mit einem Automatikwerk. Das zeigt, dass zwischen Smart Watches und klassische Analoguhren kein großes Konkurrenzverhältnis besteht. Vielmehr ist ersteres ein reines Funktionstool und letzteres ein Accessoire mit Herz und Seele. Heute steht der Fokus bei analogen Uhren nicht mehr auf der absoluten Funktionalität, sondern auf der Handwerkskunst, die man immer wieder bewundern kann. Die größte Komplexität und aufwendigste Fertigung besteht bei Automatikuhren. Deshalb sind diese gerade bei Uhrenliebhabern sehr beliebt. Das ist eine tolle Entwicklung und zeigt, dass die traditionelle Uhrenherstellung nicht ausstirbt.

Möchte jemand eine klassische Armbanduhr kaufen, dann sollte sie/er sich immer fragen, welchem Zweck die Uhr dienen soll und welches Budget zur Verfügung steht.

Spielt der technische Aspekt eine große Rolle oder möchte man durch einen Glasboden auf ein aufwendiges Werk schauen, dann sollte man sich für eine Uhr mit Handaufzug oder mit Automatikwerk entscheiden. Dies ist natürlich auch die kostenintensivste Möglichkeit. Dies gilt nicht nur für die Anschaffung, sondern auch für die Wartung und Reparaturen. Es handelt sich hierbei um Uhren für Sammler und leidenschaftliche Besitzer.

Das Quarzuhrwerk hat jedoch auch viele Vorteile. Es ist kleiner, leichter, günstiger, ganggenauer, weniger wartungsintensiv und muss nicht aufgezogen werden. Äußerlich unterscheidet sich die Uhr nicht von einer Automatikuhr. Es ist eine praktischere und kostengünstigere Möglichkeit eine klassische Armbanduhr zu tragen. Wir haben viele Kunden, die bereits teure Automatikuhren namhafter Hersteller besitzen und eine Quarzuhr bei uns kaufen, da sie sich perfekt für den Alltag eignet. Gerade wenn man über eine große Sammlung verfügt, lohnt es sich auch eine Quarzuhr zu haben, da diese nie aufgezogen und nachgestellt werden muss. Sie ist auch gut für Kunden geeignet, die auf eine möglichst unkomplizierte Handhabung und einen kostengünstigen Service wert legen. Dazu kommt natürlich der günstigere Kaufpreis. Meiner Ansicht nach wird die Quarzuhr oft unterschätzt. Sie bietet viele Vorzüge und ist auch bei Luxusherstellern zu finden. Dies gilt vor allem im Bereich der Damenuhren.

Die Frage nach dem richtigen Uhrwerk hängt daher von den persönlichen Präferenzen der Kunden ab. Bei F&D möchten wir diese Entscheidung dem Kunden überlassen. Wir werden im nächsten Jahr auch Uhren mit Automatikwerken anbieten. Dann kann der Kunde entscheiden, welche Uhr am besten zu ihr/ihm passt.

7. Findest Du größere oder kleinere Uhren besser?

Ich persönlich finde etwas größere Uhren besser. Deshalb haben unsere Herrenmodelle auch einen Durchmesser von 42mm. Ein großes übersichtliches Zifferblatt erleichtert zudem die Ablesbarkeit. Für Damen und Herren mit kleinen Handgelenken planen wir aber auch schon etwas kleinere Alternativen.

8. Wenn Du morgen auf eine einsame Insel reisen müsstest, welche drei Gegenstände würdest Du mitnehmen? Wäre eine Uhr dabei und falls ja, welche?

In diesem Fall würde ich mich auf überlebenswichtige Gegenstände konzentrieren. Dazu wird eine Uhr vermutlich nicht gehören. Ich glaube ein Zelt, ein Messer und eine Flasche machen da mehr Sinn.

9. Welchen Tipp würdest Du aus Deiner Perspektive kleineren Brands oder Händlern geben, welche den Mut gefasst haben, sich in der Uhrenindustrie zu verwirklichen?

Meiner Ansicht nach ist es aktuell sehr schwierig im Uhrenmarkt Fuß zu fassen. Besonders im tief- und mittelpreisigen Segment gibt es sehr viele Startups die sich etablieren wollen. Ich sehe jede Woche neue Uhren in den sozialen Medien. Dort herrscht ein regelrechter Marketingkampf. Heute besteht ein Uhrenstartup zu 20% aus dem Uhrenbau und zu 80% aus einer Marketingabteilung. Ein Brand kann die besten Uhren bauen und keiner weiß es, wenn das Marketing nicht stimmt. Das ist eine Tatsache, die von vielen Unternehmern unterschätzt wird. Das bedeutet aber nicht, dass es unmöglich ist.

Mein Tipp also: Der Aufbau einer Marke ist mit extremen Kosten und hohem zeitlichen Aufwand verbunden. Das sollte nicht unterschätzt werden!

Eine negative Entwicklung ist dabei, dass viele Brands bei der Qualität ihrer Produkte sparen und alles auf das Marketing setzen. Das sollte natürlich nicht so sein! Bei F&D steht das Produkt immer an erster Stelle. Uns ist es wichtiger, unserem Qualitätsanspruch gerecht zu werden, als das schnelle Geld zu verdienen. Ich appelliere daher an alle Uhrenliebhaber sich vor dem Kauf mit dem Produkt auseinanderzusetzen und nicht nur dem Marketing zu vertrauen. Sollte die Uhr nicht halten was sie verspricht, dann machen Sie von Ihrem Widerrufsrecht gebrauch. Das würde dieser Entwicklung entgegenwirken und Qualität wieder mehr belohnen.

10. Welches Material findest Du für Armbanduhren am spannendsten?

Keramik finde ich sehr spannend!

Du hast das letzte Wort:

Vielen Dank für das Interview und ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in die F&D Welt bieten!

Vielen Dank fürs Mitmachen und das Beantworten meiner 10 Fragen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich wünsche Dir beziehungsweise Euch jeden erdenklichen Erfolg für all die derzeitigen und zukünftigen Projekte.

Vielen Dank auch an alle Leser, die regelmäßig meine neuen Beiträge hier im Blog verfolgen! Falls Ihr noch Fragen oder Anregungen für zukünftige Beiträge habt, dann schreibt mir diese sehr gerne über mein Kontaktformular hier auf der Homepage.

Macht es gut, bis bald 🙂

Euer Florian

Dieser Beitrag ist Bestandteil einer kommerziellen Kooperation und enthält Werbung.

0