13. April 2021

Für meinen heutigen Blogbeitrag hatte ich im Rahmen einer Kooperation* die Gelegenheit Malte, einer der drei Gründer der Marke VANDAAG, meine Fragen der Kategorie „10 Fragen an“ zu stellen. Vielleicht kennen einige von Euch bereits den Instagramaccount oder die Homepage von VANDAAG. Ein Besuch lohnt sich immer. Auf Youtube findet Ihr bei mir auf dem Kanal bereits ein Video zum Modell „Primus“ in der Automatikversion, schaut auch dort gerne mal vorbei 🙂

Ganz viel Spaß beim Lesen dieses neuen Beitrags wünsche ich Euch!

Stell Dich bitte den Leserinnen und Lesern kurz vor:

Mein Name ist Malte. Ich bin 47 Jahre alt, verheiratet und habe eine Tochter mit 9 Jahren. Wohnhaft bin ich im Speckgürtel von Oldenburg, einem wunderschönen Erholungsgebiet. Ich bin gelernter Speditionskaufmann, habe BWL studiert und bin einer der drei VANDAAG Gründer.

1. Wie bist Du in die Uhrenwelt hineingerutscht?

In den 80er und 90er Jahren war mein Vater Vertriebsleiter einer bekannten deutschen Uhrenfirma. Weshalb ich bereits im Grundschulalter meinen Vater in den Ferien auf einige nationale und internationale Verkaufsreisen zu Kunden begleiten durfte. Auch bei uns zu Hause drehte sich vieles im Leben um die liebe Armbanduhr.

Durch die folgende Selbstständigkeit meines Vaters Anfang der 90er im internationalen Vertrieb und Design von Armbanduhren, trat ich 2000 zusammen mit meinem Kollegen und nun Partner von VANDAAG Tim Benkus in das Familienunternehmen ein.

2. Wie lange befasst Du Dich bereits privat mit Uhren und wie lange geschäftlich?

Privat seit meinem 6. Lebensjahr. Bedingt  durch den Beruf meines Vaters wurde bei uns pausenlos über Uhren gesprochen. Richtig infiziert wurde ich Ende der 80er Jahre als mein Vater für die Bundeswehr die Einsatzuhr entwickelt hat. Danach war ich verliebt in Fliegeruhren – vor allem die alten Chronographen aus den 40 – 60er Jahren mit ihren großen Totalisatoren.

Geschäftlich: Bereits als Jugendlicher habe ich meinen Vater in meiner Freizeit und den Ferien zu Kunden und Uhrenmessen (Basel, Hong Kong München) begleitet und unterstützt. In Vollzeit bin ich erst mit dem 26. Lebensjahr in das Familienunternehmen eingetreten.

Seit 21 Jahren entwerfe und vertreibe ich unheimlich gerne Uhren für unsere internationalen Kunden und darf nun seit Juli 2020 mit Tim und André unser eigenes Baby VANDAAG betreuen. Ich mochte immer meinen Job und meine Kunden, aber nun seine eigene Kollektion in den Händen halten zu dürfen ist etwas ganz Besonderes für mich.

3. Welche Uhr war die erste, die Du Dir gekauft/die Du bekommen hast?

Meine erste eigene Uhr war eine Multifunktionsdigitaluhr aus der Kollektion von meinem Vater. Ich habe sie zu meinem 6. Geburtstag bekommen und war mächtig stolz darauf. Sie hatte sogar eine Lichtfunktion.

Malte Thomeczek, einer der Köpfe hinter der Uhrenmarke VANDAAG.

Malte Thomeczek, einer der Gründer von VANDAAG (Bildquelle: VANDAAG).

4. Was macht Deiner Meinung nach die perfekte Uhr aus?

Gibt es eine perfekte Uhr? Ich denke die gibt es nicht. Jeder hat einen anderen Anspruch an eine Uhr. Selbst ich möchte für verschiedene Anlässe gerne unterschiedliche Uhren tragen.

Für mich sollte eine „perfekte Uhr“ vor allem zeitlos sein. Sie soll mir auch noch nach Jahren gefallen. Selbst wenn ich schon ein neues Lieblingsmodell am Handgelenk trage, sollte der Vorgänger noch gefallen und der Grund für den Kauf ersichtlich bleiben. In diesem Moment ist die perfekte Uhr für mich meine VANDAAG Schallmauer Tradition. Diese Uhr ist zeitlos durch das sich zurücknehmende Zifferblatt und dennoch aufregend durch die beiden großen silbernen symmetrisch Totalisatorien. Ich habe das Gefühl so muss eine perfekte Uhr sein. Aus dem Grund wurde das Blatt auch so von uns gestaltet.

5. Welches Uhrenmodell, gerne aus der eigenen Produktpalette, magst Du warum am meisten?

Ich mag die Schallmauer von uns am liebsten. Chronographen sagen mir aufgrund ihrer aufrenderen Optik einfach zu. Ich nutze die Stoppfunktion absolut selten, aber die beiden Totalisatoren fesseln meinen Blick und das Vintage Leder von Horween ist soft und hat bei mir schon die richtige Patina bekommen.

Neben unseren eigenen Uhren hat es mir im Moment gerade die Tudor Black Bay angetan. Ich liebe ihr Gehäuse. Die CNC gefräste Kante über die Seite ist einfach unerreicht schön und die gesamte Verarbeitung ist hervorragend. Für mich ist optisch die Tudor die weitaus jüngere Rolex und ich mag deren Preis Leistungsverhältnis.

Puh, da sind noch so viele schöne Modelle: Omega Moonwatch, Oris Big Crown als GMT, Tutima Fliegerchrono 1941, Christopher Ward C65 Chrono- wow was für ein Gehäuse,… Ich liebe einfach Uhren und deren Gehäuse.

 

Fachbuch
Vom Profi lernen

Bald erwartet Euch an dieser Stelle mein eigenes Fachbuch rund um den Uhrenkosmos. Egal ob Ihr neu im Hobby oder bereits länger den Uhren verfallen seid, Ihr könnt gespannt bleiben!

Modell Schallmauer Tradition von VANDAAG am Handgelenk in der Herbstsonne.

Das von Malte angesprochene Modell Schallmauer Tradition am Handgelenk (Bildquelle: VANDAAG).

Das Modell Tiefsee Balance von VANDAAG

Die Tiefsee Balance von VANDAAG am Handgelenk (Bildquelle: VANDAAG).

6. Lieber Uhren mit Automatikwerk, Quarzwerk oder mit Handaufzug?

Klar liebe ich Automatikkaliber, aber es muss nicht unbedingt ein Automatikwerk in meiner Uhr sein. Ich verstehe nicht, wieso viele Liebhaber nur ein Automatikwerk als den heiligen Gral in einer guten Uhr sehen. Gerade im Segment der Chronographen ist die Auswahl an qualitativ akzeptablen automatischen Uhrwerken begrenzt. Falls nur Automatik akzeptabel wäre, würden wir viele tolle Microbrands ohne Chronographen sehen und das wäre sehr schade. Nicht jeder ist in der Lage sich teure und gute Chrono Automatikkaliber wie ein Sellita 500er oder ein Valjoux 7750 in seinen eigenen Uhren leisten zu können. Da ist ein gutes Quarzwerk eine adäquate Alternative. Für mich zählt das Design über dem Werk bis zur Preisklasse von 500 Euro. Dann hätte auch ich gerne ein automatisches Kaliber für eine Dreizeigeruhr und ab 1.500 gerne auch einen Chronographen mit automatischem Kaliber. Handaufzug ist nicht so mein Fall.

7. Findest Du größere oder kleinere Uhren besser?

Ich empfinde kleinere Uhren als nicht so passend für mich. Ich habe ein relativ breites Handgelenk und da verschwinden in meinen Augen Gehäusedurchmesser unter 40mm sehr schnell. Allerdings ist das auch eine Sache des Geschmacks – ich trage auch gerne Uhren mit 46mm und freue mich dennoch, dass die Uhrenwelt wieder etwas kleiner und klassischer wird. Ich muss es nicht selber kleiner tragen, kann mich aber freuen, vermehrt kleinere klassischere Modelle an den Handgelenken anderer zu finden.

8. Wenn Du morgen auf eine einsame Insel reisen müsstest, welche drei Gegenstände würdest Du mitnehmen? Wäre eine Uhr dabei und falls ja, welche?

Meinen Kindel bis obenhin voll mit spannenden Büchern (oh irgendwann ist die Batterie leer).

Unsere VANDAAG Tiefsee Balance – die würde sich da mit mir absolut wohlfühlen.

Eine große Menge an Sonnencreme, damit ich wenigstens den ersten Tag überstehe 🙂

9. Welchen Tipp würdest Du aus Deiner Perspektive kleineren Brands oder Händlern geben, welche den Mut gefasst haben, sich in der Uhrenindustrie zu verwirklichen?

Überlege dir gut deine Motivation: Bist du darauf aus dem Erfolg einer anderen Microbrand nachzueifern, oder willst du wirklich beeindruckende, eigenständige Uhren machen? Im ersten Fall – lass es sein. Der Markt von MeToo Produkten ist absolut übervoll und keiner benötigt die 1.000 Version der gleichen Uhr.

Im 2ten Fall – mach dich gefasst auf eine aufregende und tolle Reise. Sei darauf gefasst, dass es viel Zeit und Geld bedarf bis man die ersten eigenen Uhren in den Händen hält. Da ist schnell ein Jahr vergangen. Allerdings sollte man sich nicht abhalten lassen. Der Markt für tolle innovative Microbrands ist am Wachsen und wir Uhrenliebhaber warten doch alle auf neue Ideen und gute Designs.

10. Welches Material findest Du für Armbanduhren am spannendsten?

Edelstahl und Leder. Ich denke der Glanz von einem gut gemachten Uhrengehäuse mit seinen gebürsteten und polierten Anteilen zieht einen in seinen Bann. Dazu liebe ich hochwertige Lederbänder und ihren Geruch. Ich würde gerne ohne Leder auskommen, aber leider macht ein gutes Lederband die halbe Optik der Uhr aus.

Du hast das letzte Wort:

Toll, das Microbrands so im Trend sind. Klar, viele große Marken sind immer noch unerreicht und haben eine ehrfurchtsgebietende Vergangenheit. Da kommen wir nie gegen an. Allerdings was an Innovation und optischen Finessen in den letzten Jahren durch findige Microbrands gezeigt wurde macht mir klar, wieso es klassische Marken und auch der stationäre Uhrenhandel immer schwerer haben werden. Microbrands verfolgen ihr Ziel mit Passion und Liebe zum Produkt und das lassen viele gestandene Marken leider vermehrt vermissen.

Vielen Dank fürs Mitmachen und das Beantworten meiner 10 Fragen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich wünsche Dir beziehungsweise Euch jeden erdenklichen Erfolg für all die derzeitigen und zukünftigen Projekte.

Vielen Dank auch an alle Leser, die regelmäßig meine neuen Beiträge hier im Blog verfolgen! Falls Ihr noch Fragen oder Anregungen für zukünftige Beiträge habt, dann schreibt mir diese sehr gerne über mein Kontaktformular hier auf der Homepage.

Macht es gut, bis bald 🙂

Euer Florian

*Dieser Beitrag ist Bestandteil einer kommerziellen Kooperation und enthält Werbung.

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