5. Juli 2020

Limitierte Uhren – Fluch und Segen zugleich!?

Oft werde ich von Euch gefragt, was ich eigentlich von limitierten Uhren halte, so dass ich dieses Thema nun gerne im Rahmen meines neuen Blogbeitrags für Euch behandeln werde. Ich habe mich bereits vor etwas längerer Zeit auf Youtube mit der Thematik auseinandergesetzt, denke aber es macht durchaus Sinn dies hier nun nochmal zu tun.

Grundsätzlich machen Limitierungen in meinen Augen schon Sinn und häufig dann auch das Besondere an einer Uhr aus. So bekommen Modelle, welche einem sowieso schon gefallen, nochmal einen etwas „geheimnisvolleren“ bzw. exklusiveren Touch, weil eben nicht unzählige Menschen damit am Arm durch die Gegend rennen. So ist zumindest mein subjektiver Eindruck. Wenn nun also eine Hublot „Sang Bleu Black Magic“ mit einer Limitierung von 200 Stück weltweit auf den Markt kommt, so ist das vermutlich eine echte Limitierung. Sicherlich wird es weltweit nicht unzählige Liebhaber eines eben solchen Designs geben, welche den aufgerufenen Preis auch bezahlen, dennoch halte ich es für realistisch hier nicht nur von einer reinen Marketingmaßnmahme zu sprechen. Eine solche Marketingmaßnahme wär in meinen Augen eine sehr große Limitierung einer speziellen Uhr, welche eigentlich gar keine realistische Limitierung sein kann, das sich wohl auch ohne die künstliche Begrenzung nicht mehr Stückzahlen verkaufen könnten.

Modell „Sang Bleu“ von Hublot

Die auf 200 Stück weltweit limitierte „Sang Bleu Black Magic“ von Hublot. Hier mit einem nicht zur Standardausführung gehörenden Band.

Ebenfalls eine realistische Form der Limitierung liegt beispielsweise bei der Alexander Shorokhoff Uhr „Crazy Hands“ vor, welche ich Euch bereits in einem Videoreview auf meinem Youtubekanal vorgestellt habe. Hierbei handelt es sich, soweit ich informiert bin, um eine Auflage von nur 3 Prototypen aus einer Vorproduktion. Dies ist eine absolut natürliche und realistische Form der Limitierung eben dieser Uhr, welche wohl nie in die Serienproduktion gekommen ist. Durch die Entscheidung gegen die Produktion in Serie, hat man nun jedoch als Besitzer beziehungsweise Eigentümer eine wirklich exklsuive Uhr, bei welcher man relativ sicher davon ausgehen kann, dass auch nicht auf einmal doch noch eine deutlich größere Menge produziert werden wird. Zu wissen, dass weltweit insgesamt nur 3 Stück dieses Modells im Umlauf sind, ist schon ziemlich cool, oder!? Noch exklusiver, aber  in der Regel dann auch ein gutes Stück teurer, sind Einzelstücke, also ein sogenanntes „Piece unique“. Solche Einzelstücke kann man beispielsweise bei der Marke Artya finden, welche ich im Rahmen der Baselworld 2019 entdeckt und für eine Video auf Youtube auch am Stand besucht habe. Hier sind die Designs so ausgefallen, dass es in meinen Augen durchaus Sinn macht auf geringe Stückzahlen beziehungsweise direkt auf Einzelstücke zu setzen und keine großen Mengen für eine vermutlich überschaubare Zielgruppe zu produzieren.

Fachbuch
Vom Profi lernen

Bald erwartet Euch an dieser Stelle mein eigenes Fachbuch rund um den Uhrenkosmos. Egal ob Ihr neu im Hobby oder bereits länger den Uhren verfallen seid, Ihr könnt gespannt bleiben!

Limitierte Uhr der Marke Alexander Shorokhoff

Hier ein Exemplar der „Crazy Hands“ von Alexander Shorokhoff. Es gibt weltweit nur 3 Exemplare dieser Uhr, welche nie in die Serienproduktion gegangen ist.

Doch wie ist es nun bei Limitierungen von mehreren Tausend Exemplaren pro Uhrenmodell. Hier stelle ich mir persönlich die Frage, inwieweit man realistischerweise überhaupt noch von einer Limitierung sprechen kann. Sicherlich werden mehrere Tausend Modelle über die Welt nicht gleichmäßig verteilt sein, so dass die Uhren auf dem deutschen oder europäischen Markt vielleicht bedeutend schwieriger zu bekommen sind als auf dem amerikanischen oder chinesischen Markt. Dennoch ist für mich gerade im Bereich der Luxusuhren mit vielen verschiedenen Marken und Modellen, eine Limitierung mit sehr vielen Exmplaren pro Auflage eher ein Marketingaspekt als eine wirkliche Limitierung. Ähnlich sieht es für mich bei fortlaufendem Erscheinen limitierter Modelle einer Marke aus, sofern dies nicht durch technische Aspekte in der Fertigung oder aus Gründen des Materials gerechtfertigt werden kann.

Was relativ häufig in Zusammenhang mit der Limitierungsthematik vergessen wird, sind die nicht offensichtlich limitierten Modellreihen. Hier spreche ich besonders von den beliebten Stahlsportmodellen von Rolex, Audemars Piguet, Patek Philippe und so weiter. In eben diesen Konstellationen herrscht eine bedeutend größere Nachfrage, als es das aktuelle Angebot über die Konzessionäre überhaupt hergibt. Die dadurch entstehenden „Limitierungen“ wirken sich direkt auf den Markt und letztendlich auf die Preise im Grau- und Gebrauchtmarkt aus. Häufig kann man hier also von einer indirekten Limitierung sprechen, die einige spezielle Modelle für die potenziellen Käufer beinahe noch attraktiver macht als eine von Anfang an gezielt öffentlich limitierte Uhr.

Zusammenfassend kann ich nun abschließend sagen, dass ich von künstlich erzeugten Limitierungen in sehr großer Stückzahl genauso wenig halte wie von inoffiziellen Limitierungen (beispielsweise durch eine künstliche Form der Verknappung). Bei kleinen Auflagen oder bei Limitierungen durch Design- sowie Fertigungsaspekte, finde ich das Wissen um die Exklusivität dieser Modelle sehr spannend und kann solchen Uhren in der Regel mehr abgewinnen als vergleichbaren Modellen ohne jede Form der Limitierung…

So viel zu meinen subjektiv geprägten Gedanken hinsichtlich der ganzen Limitierungsthematik. Mehr dazu und eine objektive Analyse der verschiedenen Gründe für eine Limitierung könnt Ihr dann in meinem aktuell noch in Arbeit befindlichen Fachbuch über Uhren nachlesen!

Macht es gut, bis bald 🙂

Euer Florian

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